{"id":883,"date":"2020-10-01T13:19:01","date_gmt":"2020-10-01T11:19:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.quasikunst.at\/?page_id=883"},"modified":"2020-10-02T14:54:32","modified_gmt":"2020-10-02T12:54:32","slug":"intermezzo-culture-and-nature-monotonia","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/intermezzo-culture-and-nature-monotonia\/","title":{"rendered":"Intermezzo: Culture and Nature Monotonia"},"content":{"rendered":"<h1 id=\"page-title\" class=\"title\">Intermezzo: Culture and Nature Monotonia<\/h1>\n<div id=\"block-system-main\" class=\"block block-system block-main block-system-main odd block-without-title\">\n<div class=\"block-inner clearfix\">\n<div class=\"content clearfix\">\n<div class=\"ds-2col node node-versorgerinnen-artikel node-promoted view-mode-full clearfix\">\n<div class=\"group-left class_artikel_1\">\n<div class=\"field field-name-field-autorin field-type-node-reference field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"field field-name-field-untertitel field-type-text field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\"><strong>Kukuruz is in the House, oder: Die elektrische Abschweifung. Die Showcase-Extravaganza STWST48x6 MORE LESS und einige exemplarisch genannte Projekte reflektiert Michel Trocken.<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div class=\"group-left class_artikel_1\">\n<div class=\"field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\">\n<p>Die Stadtwerkstatt startete bereits mit dem Thema MORE vs LESS in den Jahresbeginn. Noch im Februar wurde mit diesem Claim ein Ausschreibungstext formuliert \u2013 f\u00fcr den Open Call des nun im September laufenden Formats STWST48x6 MORE LESS: \u00bbVor dem Hintergrund von schreienden Ungleichgewichten, Verteilungskampf, Ressourcenknappheit, \u00f6kologischen Schranken, sozialen Fragen, Zugangsfragen, Zukunfts\u00e4ngsten, Umverteilungsversuchen, Selbstbeschr\u00e4nkungs-Visionen, Awareness-Prekariaten, vor der Kulisse von Gleichmacherei, Hyperfortschritt, Netzwerkphantasien, Total\u00fcberwachung und einer Szenerie der Vielen gegen die Wenigen, dem Battle von Avantgarde, kritischer Masse und Mitte-Extremisten, vor all diesen scheinbaren und tats\u00e4chlichen Fragen eines Mehr oder Wenigers wollen wir mit STWST48x6 MORE LESS Prozesse und Projekte thematisieren, die den Unterschied machen.\u00ab<\/p>\n<p>Mit diesem Hintergrund wird STWST48x6 MORE LESS, die nunmehr 6. Ausgabe der 48-Stunden-Showcase-Extravaganza, im September er\u00f6ffnet, mit \u00bbFragen zu Mehr-oder-weniger-Situationen, den Gegen-G\u00fcltigkeitszonen und Nicht-Nullsummenspielen der Zukunft\u00ab. Ohne Anspruch auf Antwort, ohne Abarbeitungspflicht per Auserkl\u00e4rung. Vielmehr geht es um rationale und irrationale Zug\u00e4nge in gr\u00f6\u00dferen Kontexten, die durch Fragen eines \u00bbMehrs, Wenigers und vor allem eines ANDEREN\u00ab motiviert sind. Im philosophischen Sinn ist das Andere als Per-se-Unbekanntes definiert und arbeitet sich allenfalls auf undurchsichtige Weise in bekannte Zonen hoch. Es ist das, was sich momentan in den gesellschaftlich hypergereinigten Bereichen vor allem fast schon schmutzig zeigen muss \u2013 abstrakt wie bildhaft gesprochen. Kurz gesagt: Unter den thematischen Oberfl\u00e4chen mehr oder weniger eines jeden Themas gilt es (f\u00fcr alle, die irgendwas auf sich halten), die Systeme (auch die eigenen), offen zu halten. Sonst bricht das weggedr\u00fcckte ANDERE auf umso unerwartetere Weise durch, so oder so. Im Moment haben sich zudem Fragen des Mehr oder Wenigers, der Verteilung, der Zug\u00e4nge oder der \u00d6kologie, auf grotesk sichtbare Weise in den Vordergrund gearbeitet. Ich meine AUCH den Umgang mit dem \u00bbVirus\u00ab und seinen Auswirkungen. Und meine VOR ALLEM aber die Absurdit\u00e4t dieser ewigen Thematik des Mehr oder Wenigers, der eine viel grunds\u00e4tzlichere und grundg\u00fctigere Abkehr vom Abarbeitungs-Absurdistan des Immergleichen bedeuten sollte, des ohnehin bereits schon Gekannten\/Gewussten \u2013 in den allgemeinen gesellschaftlichen Systemen bis hinein in die Kultur; und auch hinsichtlich eines kollabierenden Fortschritts, bei dem wir (nach wie vor trotzdem) alle mitm\u00fcssen. Besser w\u00e4re stattdessen: Luft holen, Anlauf nehmen und etwa Innovation \u00fcberspringen! Statt f\u00fcr gute Mitarbeit im schlechten System immer die gleichen Noten zu bekommen. Dass die gesellschaftlichen Ziele (so wie sie waren\/sind, die des ewigen Wachstums etwa), mittlerweile ziemlich ausweglos ins Desaster f\u00fchren \u2013 n\u00e4mlich zB. in ein totalit\u00e4r \u00f6konomisch\/technopolitisches, oder auch in ein allumfassend \u00f6kologisches Desaster, mag wider besseren Wissens, \u00e7a veut dire: einer tagt\u00e4glich mehrfachen Erinnerung daran, gerne verdr\u00e4ngt sein. Meine Hypothese ist zudem, dass diese Fragen des Mehr oder Wenigers, die sich nun noch st\u00e4rker als Hyperaktivit\u00e4t oder Stillstand manifestieren (manchmal auch gleichzeitig), als Wellen hin- und herschwappen; und man bedenke in diesem Bild: Wo sich Wellen zeigen, sind Kr\u00e4fte am Werk. In Anbetracht dessen, dass in der KI-Forschung von einer technologisch und \u00f6konomisch gesteuerten High-End-Entwicklung die Rede ist, die sich potentiell zu einer ewig-statischen Diktatur der Algorithmen entwickelt, d\u00fcrfen wir hoffen, dass, falls sich diese Wellen \u00fcberhaupt je wieder beruhigen, wir dann auf der ewig-ruhigen See vom Google-, Amazon- und Lieferando-Schiff weiter halbwegs gut versorgt werden \u2013 auf dass wir paar Gl\u00fccklichen, die (dann wie immer) auf Kosten von anderen leben oder \u00fcberlebt haben, zufrieden dahinfloaten. Was kann so ein Sarkasmus bringen? Die Kritik geht tiefer als vermutet: Wir kritisieren den Kapitalismus, der fast \u00fcberall Einzug gehalten hat, ohne denken zu k\u00f6nnen, was wir zum Wohle aller eigentlich wollen k\u00f6nnen (Wie auch? \u00bbWir\u00ab haben keine Ahnung von \u00bballen\u00ab; und sind mittlerweile nicht mehr nur die Verbraucher, sondern l\u00e4ngst die Batterien im System: Mit unserer W\u00e4hrung Zeit und Emotion f\u00fcttern wir das Netz). Wir backen in der Sandkiste kleine Kuchen des Widerstands (Das Kind daneben will nur spielen, haut mit seiner Patschhand drauf und lacht, wir Widerst\u00e4ndigen r\u00e4chen uns sogleich, aber am anderen Kind). Oder wir regredieren im Falle des Corona-Lockdowns direkt in ein neues Biedermeier (Eher mehr als weniger). Zwei kleine h\u00f6chstpers\u00f6nliche Beobachtungen\/\u00dcberlegungen w\u00e4hrend des Lockdowns: Exkurs 1, Nichtstun: Es war erstaunlich, dass bereits wenige Tage nach dem Lockdown zahlreiche Texte, Kommentare, Newsfeeds in Umlauf waren, die merkw\u00fcrdig hyperaktiv davon berichteten: \u00bb\u2026 endlich den Stapel B\u00fccher lesen, \u2026 endlich die vielen noch ungesehenen Filme sehen \u2026 endlich wieder von vergessenen\/ignorierten Freunden h\u00f6ren \u2026 endlich dies und das\u00ab. Schon nach 3 Tagen! Und die Sofortanalysen! Unglaubw\u00fcrdig. Mir kam im Zuge dessen eine Studie in den Sinn, von der ich vor Jahren geh\u00f6rt habe. Das Setting war bestechend einfach, mit der Forschungsfrage: Tun Menschen, die zum Nichtstun gezwungen werden, tats\u00e4chlich lieber nichts, oder pr\u00e4ferieren sie stattdessen einen (schwachen) Elektroschock, den sie sich selbst verpassen? Die meisten Probanden entschieden sich f\u00fcr den Elektroschock, was etwas \u00fcberraschend war. Der Studie bin ich nicht nachgegangen. Bei einer nicht repr\u00e4sentativen kleinen Erhebung unter Freunden kam ich aber zur selben Pr\u00e4ferenz, bzw kam die Entscheidung, den \u00bbBuzzer\u00ab zu dr\u00fccken, also die Tendenz zum kleinen Schock zumindest \u00f6fters als erwartet, und ja, sie kam mit lachendem Gesicht (Wenn wirklich tr\u00e8s fade). Das sagt vielleicht etwas aus \u00fcber die menschliche Verfasstheit, \u00fcber des Menschen Zwang zu \u00bbEtwas\u00ab. (Im 17. Jh, Blaise Pascal: Das Ungl\u00fcck der Menschen kommt daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer sitzen k\u00f6nnen) \u2026 Man kann sich aber \u00fcberhaupt auch fragen, warum der Elektroschock ein so beliebtes Mittel in der wissenschaftlichen Forschung zu sein scheint. Eine mir bekannte Kollegin schreibt momentan an einer SF-Conspiracy-Geschichte, die mit einem Abriss der Forschungen zur Elektrizit\u00e4t beginnt, bzw zu den Experimenten des 18. Jahrhunderts mit \u00bbtierischer Elektrizit\u00e4t\u00ab (Experimente mit Fr\u00f6schen, Schnecken, Hunden etc). Den aberwitzigen H\u00f6hepunkt dieser grauenhaften Entwicklung stellte ein Experiment eines gewissen Giovanni Aldini dar, der einen menschlichen Toten mittels Elektrizit\u00e4t zum Leben wiedererwecken wollte, einen M\u00f6rder, der nach seiner Hinrichtung (f\u00fcr das Experiment) besorgt wurde. Beschreibung des Versuchs: \u00bb[Bei der Leiche wurde] ein heftiger, krampfhafter Atemzug ausgel\u00f6st. Die Augen gingen auf, die Lippen bebten \u2026\u00ab. Das sorgte vermutlich weniger f\u00fcr tats\u00e4chliche Erkenntnis, aber f\u00fcr Aufregung. Besonders diese Experimente (samt ihrer \u00f6ffentlichen Thematisierung durch die Anti-Vivisektionsbewegung Ende des 19. Jh.) haben der Wissenschaft einen anhaltenden Imageschaden beschert \u2013 als Kammer des Schreckens. Und ein etwas spielerischeres Beispiel zum Strom: Zum Zwecke des forschenden Am\u00fcsements hatten zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Kinder aus gutem Hause so genannte \u00bbInfluenzmaschinen\u00ab zur Verf\u00fcgung, das sind elektrostatische Generatoren zur Spannungserzeugung. \u2026<\/p>\n<p>Diese zwei Beispiele sollen andeuten, dass es eine zwar nur relativ kurze, aber daf\u00fcr intensive Geschichte einer Gesellschaft gibt, die geradezu basal wie brutal auf Elektrizit\u00e4t (und Exploitation) aufgebaut ist. Und um auf den angesprochenen SF-Plot zur\u00fcckzukommen: Hier geht es um schwache Schl\u00e4ge aus der \u00bbEntity\u00ab, die die W\u00e4hrung \u00bbE\u00b0mo\u00ab aus den Menschen herausl\u00f6st. Der Protagonist Nik ist schon zu Romanbeginn Autist, was in einer sp\u00e4teren Gesellschaft normal zu sein scheint. Er entwickelt sich aber nach und nach zu einem \u00bbHyper-Feeler\u201c (\u00bbAutisten f\u00fchlen nicht zu wenig, sondern zu viel\u00ab), und er vermag \u00fcber so genannte \u00bbGef\u00fchls-Sensationen\u00ab die noch so feinen Empfindungen der \u00bbSph\u00e4renleiter\u00ab sp\u00fcren, die als elektromagnetisches Triggersystem quasi die Inter-Applikation des Netzes und seiner menschlichen und nicht-menschlichen Wirte darstellt. Und das, was der \u00bbHyper-Feeler\u00ab dann wahrnimmt, riecht einerseits immer leicht verbrannt und permanent schwach nach Tod, andererseits wird dann nochmal komplett was anderes daraus \u2013 und mehr zu verraten w\u00e4re nun wirklich Spoilern. Warum ich das erz\u00e4hle? Ich assoziiere mit dem permanenten Neu-Umr\u00fchren von Content im Netz denjenigen Brei, der, auch wenn er gut, glatt und appetitlich verr\u00fchrt sein mag, letztlich nur ein Sinnbild des ultimativen Endes der absoluten Gleichf\u00f6rmigkeit darstellt, aus der nichts mehr entsteht, zumindest nicht aus sich heraus. Merke: Auch die Daten-Systeme m\u00fcssen deshalb offengehalten werden, auf dass sie nicht in sich zusammenfallen. Und: Es gibt mittlerweile Daten von \u00fcberallher, aus Kommerz, Verwaltung, Medizin, aber auch aus \u00f6kologisch-\u00bbbiodynamischen\u00ab Zusammenh\u00e4ngen, bzw aus einer Forschung, die ins morgen produziert und die Wechselwirkung von Pflanzen und Organismen untersucht, also an einer Dateneinspeisung von \u00bbNatur\u00ab arbeitet. Die Frage, die bleibt: Wer zahlt den Preis? \u2026 Was mich zu meinem Lockdown-Exkurs Nummer 2 und ins heute zur\u00fcckf\u00fchrt, einer kleinen, wahren Geschichte \u00fcber die Birke und den Klimawandel. Mit dem Lockdown kam diese Nachricht, die w\u00e4hrend der Virus-Berichterstattung etwas unterging: Die Birke sei f\u00fcr AllergikerInnen heuer besonders schlimm, da sie in ihrem \u00dcberlebenskampf besonders viele Pollen aussto\u00dfe. Denn der Birke wird es in unseren Breiten zu warm. Seitdem komme ich nicht umhin zu denken, dass dieser ununterbrochene Daten-Spread, der Content-Blast, aber auch dieses andauernde Senden per Social Media, Stream und mit Corona noch mehr Stream nichts anderes als ein \u00dcberlebenskampf ist \u2013 einer Kultur, die ihren Big-Data-Metabolismus noch verzweifelt irgendwie zu befruchten oder bef\u00fcllen versucht, w\u00e4hrend sie eigentlich schon stirbt (euphemistisch: sich ver\u00e4ndert).<\/p>\n<p><strong>Mais und Maispflanzen im Haus der Stadtwerkstatt: Die Stadtwerkstatt zeigt im Eingangsbereich und an verschiedenen Orten des Hauses ein Natur- und Kultur-Monotonia als Inszenierung mit kritischer Agency.<\/strong><\/p>\n<p>Kommen wir damit auf das Programm der Stadtwerkstatt, das im September unter STWST48x6 MORE LESS und \u00bb48 Hours of Distributing Less\u00ab l\u00e4uft. Ich greife diejenigen Projekte heraus, die ein \u00d6kosystem referenzieren, das wir kennen. Im Fr\u00fchjahr wurden in der STWST einige K\u00f6rner Mais ausgepflanzt, wie es hei\u00dft \u00bbeher aus einem Zufall heraus\u00ab. Sp\u00e4ter folgten in der Stadtwerkstatt Testpflanzungen und Feldbeobachtungen und ein Austausch \u00fcber urspr\u00fcngliche Anbaumethoden (\u00bbDie 3 Schwestern\u00ab, eine ideale Anbau-Kombination aus Mais, Bohnen und K\u00fcrbis). Die Pflanze ist eine der \u00e4ltesten Kulturpflanzen der Welt. Ihre Kultivierung geht auf die Maya-Kultur zur\u00fcck, die \u2013 nebenbei erw\u00e4hnt \u2013 in ihren Sch\u00f6pfungsmythen auch vom Maismenschen spricht, der nun die Erde bev\u00f6lkert (nach den misslungenen Versuchen: Menschen aus Schlamm und Holz). Jedenfalls ist die Pflanze dann \u00fcber die Jahrhunderte und Kontinente migriert, wie es aussieht, aus Amerika zuerst in einer globalen Bewegung Richtung Asien, um sp\u00e4ter nach Europa zu kommen. Nun ziehen Maispflanzen im Rahmen von STWST48x6 MORE LESS als \u00bbNatur\u00ab ins STWST-Geb\u00e4ude ein, aber, Zitat Website STWST48, \u00bbnicht als wild-wuchernde, \u201afreie\u2018 Natur, sondern als regulierte, optimierte, hochgez\u00fcchtete Monokultur\u00ab (sozusagen am m\u00f6glichen Ende eines Maismenschen-Anthropoz\u00e4ns). Auf Nachfrage, was den Ausschlag f\u00fcr die Umsetzung gegeben hatte, O-Ton STWST: \u00bbIn der Phase der Ideenentwicklung erz\u00e4hlte Stories handelten von Kindheitserinnerungen in den Feldern, vom Ger\u00e4usch des Windes in den Bl\u00e4ttern, von Verstecken, R\u00fcckzug, Orientierungslosigkeit und Rausch, von diversen alternativen Nutzungen oder gesehenen Filmen. Die Faszination ergab sich aber in h\u00f6herem Ma\u00df aus einem Thema der kulturellen Monotonie, die wir als vermeintliche Natur wirken lassen wollten. Kulturelle Monotonie ist geradezu MORE LESS und dar\u00fcberhinaus ein weitreichendes Thema. Es wirkt nach innen und wirft fast automatisch Fragen nach dem Anderen auf \u2013 und hier kommen die eingeladenen Artists mit ihren Arbeiten ins Spiel, wir bieten hier sozusagen ein Umfeld als Feld. Und: Es ergeben sich \u2013 bildhaft gesprochen \u2013 mit den monotonen Feldern auch Aspekte der Endlosigkeit und Weite, was sich alles zusammen im R\u00fcckbezug auf MORE LESS, oder auch LESS MORE, in viele Richtungen ausbreiten l\u00e4sst.\u00ab Damit zur\u00fcck zum Mais: Insgesamt schlie\u00dft sich mit der auf der Webseite erw\u00e4hnten \u00bbkritischen Agency\u00ab ein Kreis \u00bbvom Maisanbau fr\u00fcher Kulturen \u00fcber einen DIY-Anbau bis zur Hochertragsgeschichte von Monsanto\u00ab. Die Pflanze ist schlie\u00dflich hochtechnologisierte Nutzpflanze, geradezu Gentechnik-Testimonial. Diese agrikulturellen Kontexte lassen sich auch in anderen Arbeiten finden, etwa in Julian Stadons \u00bbMaize_Matze\u00ab. Die Arbeit visiert konkret die Big-Data-Policy von Saatkonzernen wie Monsanto an, die mittlerweile auch DIY-Daten-Grids anzapfen. Maize_Matze erzeugt \u00fcber eine in der STWST befindliche Maiskultur audiovisuelle Daten, die per verschiedener Kan\u00e4le als kommunikatives Labyrinth angelegt werden. Gut. Eine \u00bbkritische Agency\u00ab l\u00e4uft auch als STWST-Projekt, \u00fcber einen Haufen Mais-Silage ab: \u00bb48 Hours Redistribution \u2013 Don\u2019t touch\u00ab zeigt einen Haufen zerkleinerten Mais. Es wird ein Mengenaspekt aufgegriffen: Es geht um Fragen der gro\u00dfen oder kleinen Mengen, des Mehr-oder-Wenigers sowie der Verteilung. Es wird hier, mitten im Viehfutter gleichverteilt und wieder angeh\u00e4uft. Die Themen der Verteilung treffen hier \u00bbauf nat\u00fcrliche Verstoffwechslung und ein abstraktes Statement einer g\u00e4renden Kunst-Silage\u00ab (Website). G\u00e4rung findet sich wiederum auch im Projekt \u00bbHyper Informed Dough\u00ab, bzw spiegelt sich mehrere Produktions- und Distributionsfragen auch im Social Kitchen Act \u00bbMAKE BREAD. EAT PICKLE.\u00ab \u2013 aber auch dazu mehr auf den Netzseiten. Erw\u00e4hnenswert sei hier noch, dass die \u00bbGlashausfantasie 6\u00ab, eine Arbeit der Freundinnen der Kunst, nicht nur Aspekte des Gew\u00e4chshauses aufnimmt, sondern im transparenten \u00bbGlashaus\u00ab \u00fcber 48 Stunden eine Popcorn-Maschine laufen l\u00e4sst. Hier begibt sich das Popcorn \u2013 sozusagen als Basisnahrung des Kinos \u2013 ins Basislager unserer Kulturindustrie: zur Illusion und in die Traumfabrik.<\/p>\n<p>Diese hier nur exemplarisch genannten wenigen Projekte bilden Bez\u00fcge \u00fcber das verwendete Material. STWST48 ist eine Showcase-Extravaganza, die externe Artists mit ihren Arbeiten einl\u00e4dt, ebenso wie sie assoziierte ProduzentInnen zeigt und die unterj\u00e4hrig entwickelten STWST-Schienen pr\u00e4sentiert. Ankn\u00fcpfungspunkte innerhalb der insgesamt etwa 20, sowohl in ihren Medien als auch Aussagen sehr unterschiedlichen Arbeiten sind weitl\u00e4ufig vorhanden und pendeln thematisch innerhalb eines \u2013 zum gegenw\u00e4rtig Zeitpunkt in der STWST schon als Testbepflanzung vorhandenen \u2013 Monotonias, erfrischend gr\u00fcn zwischen Post-Anthropoz\u00e4n, Ctenocene, Hyper-Information, Sound-Transformationen, g\u00e4renden Metabolismen und den Abstraktionen des Rationalen und Irrationalen. STWST48x6 MORE LESS ist antithematisch angelegter Natur- und Kultur-Modus, immer bereit, das Material und die Medien gegen sich zu wenden. Und der Stream dazu kommt vom Grund des Flusses. Watch out for LESS MORE.<\/p>\n<p><em>Der Text wurde von unserem hauseigenen STWST-Bot aus dem Franz\u00f6sischen \u00fcbersetzt.<\/em><\/p>\n<p>Die zitierte Website: <a href=\"https:stwst48x6.stwst.at\">STWST48x6 MORE LESS<\/a><\/p>\n<p>Dieser Text ist auch in der <a href=\"http:\/\/versorgerin.stwst.at\/artikel\/sep-3-2020-1554\/culture-and-nature-monotonia\">Versorgerin #127<\/a> erschienen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Intermezzo: Culture and Nature Monotonia Kukuruz is in the House, oder: Die elektrische Abschweifung. Die Showcase-Extravaganza STWST48x6 MORE LESS und einige exemplarisch genannte Projekte reflektiert Michel Trocken. Die Stadtwerkstatt startete bereits mit dem Thema MORE vs LESS in den Jahresbeginn. Noch im Februar wurde mit diesem Claim ein Ausschreibungstext formuliert \u2013 f\u00fcr den Open Call des nun im September laufenden Formats STWST48x6 MORE LESS: \u00bbVor dem Hintergrund von schreienden Ungleichgewichten,<\/p>\n<p><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/intermezzo-culture-and-nature-monotonia\/\">Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":884,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-883","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=883"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/883\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":889,"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/883\/revisions\/889"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/884"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}