{"id":189,"date":"2017-02-18T14:48:48","date_gmt":"2017-02-18T13:48:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.quasikunst.at\/?page_id=189"},"modified":"2019-03-17T07:48:54","modified_gmt":"2019-03-17T06:48:54","slug":"das-biomechanische-ballett-oder-i-like-trees-and-human-right","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/das-biomechanische-ballett-oder-i-like-trees-and-human-right\/","title":{"rendered":"B\u00e4ume"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #999999;\"><em>Quasikunstprojekt: Das biomechanische Ballett, Aktion im Wald, Fotoarbeiten und Text, 2015<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>ENGLISH VERSION LEFT<\/p>\n<p><strong>Das biomechanische Ballett, oder: I like Trees And Human Rights<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Die Gruppe Quasikunst hat Kunst und Natur ausgepflanzt. Und sich selbst. Ein Interview mit der Quasikunstgruppe \u2013 \u00fcber verkehrte Menschen, gr\u00fcne H\u00f6llen, Biomechanik und Detoxing. Quasikunstprojekt: Das biomechanische Ballett, Aktion im Wald, Fotoarbeiten und Text von Tanja Brandmayr. <\/b><\/p>\n<p><strong><i>Zum ersten Bild: Verkehrt mit dem Kopf im Boden steckende Menschen inmitten eines Waldes. Worum geht es?<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Es gibt viele Ans\u00e4tze. Eine unserer Lieblingsreferenzen ist momentan ein R\u00fcckgriff auf eine Vorstellung Demokrits: B\u00e4ume sind demnach wie Menschen, die mit dem Kopf im Boden stecken &#8211; sie k\u00f6nnen alles, was Menschen auch k\u00f6nnen, au\u00dfer das, wozu Menschen aufgrund dieser Lage auch nicht imstande w\u00e4ren. Das h\u00f6rt sich zun\u00e4chst erheiternd an. Mit einem Schlag entstehen neue, enorm riesige und omnipr\u00e4sente Populationen. Ganze gr\u00fcne H\u00f6llen von intelligenten Lebewesen, die auf einen zuwachsen. Und man selbst als kopfstehender Steckling pl\u00f6tzlich ein Teil davon. Allerdings, und das ist gleich die erste Erkenntnis aus dem Versuch: Man kann tats\u00e4chlich wenig Herk\u00f6mmliches tun, in einem menschlich aktiven Sinn, wenn man mit dem Kopf im Boden steckt \u2026<\/p>\n<p><strong><i>Zum Beispiel f\u00e4llt die Fortbewegung weg.<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Ja. Der Sehsinn in seiner bisherigen Funktionalit\u00e4t f\u00e4llt weg, auch die anderen Sinne sind eingeschr\u00e4nkt. Nichts geht mehr. Alles ist anders, die verkehrte Welt, mit viel Erde im Blick. Das Blut schie\u00dft in den Kopf. Man steht stumm und fix verwurzelt, mit Beinen in der Luft, ohne M\u00f6glichkeit auf Fortbewegung. Man denkt: Die K\u00f6rperfunktionen m\u00fcssten sich umorganisieren. Ein interessantes Gedankenspiel, sich in dieser Haltung zu fragen, ob was an dieser alten Vorstellung dran sein k\u00f6nnte. Der Baum als verkehrt in der Erde steckender Mensch.<\/p>\n<p><strong><i>Was macht dieses Gedankenspiel verfolgenswert?<\/i><\/strong><\/p>\n<p>So einiges, zum Beispiel: Man ist in unserer Wissenstradition immer davon ausgegangen, dass Pflanzen in der Hierarchie der Dinge und Lebewesen eigentlich nichts mit Intelligenz zu tun haben. Es scheint sich aber immer mehr herauszustellen, dass sie nicht nur dieselben Sinne haben wie Menschen, nur funktional v\u00f6llig anders organisiert \u2013 letzten Endes haben Pflanzen sogar mehr Sinne, einen Gravitationssinn etwa. Mit ihren Wurzeln, die wie biochemische Computer arbeiten, tauschen sie in der unmittelbaren Umgebung und \u00fcber weite Strecken Informationen aus, einzeln, in Gruppen, usw. In gewisser Weise stecken also ihre K\u00f6pfe wirklich im Boden \u2026 Es gef\u00e4llt uns aber auch die neue Hybridbildung aus Mensch und Baum, die eine neue Waldpopulation, vielleicht eine neue Population \u00fcberhaupt herstellt. Dieses Vexierspiel darin. Dazu kommt au\u00dferdem die Umkehrung des Menschen an sich, das Verkehrte. Diese Haltung erzeugt auch im Menschen etwas anderes. Hierzu eine Referenz aus dem tats\u00e4chlichen Ballett, wo der Kopf als h\u00f6chste Sph\u00e4re definiert wurde. Der menschliche Geist wurde sozusagen auf die Spitze getrieben. Der romantische Gestus t\u00e4uschte aber dar\u00fcber hinweg, dass unterhalb des gen Himmel geschobenen Kopfes die pure Geometrie abgespielt wurde, mit Gliedma\u00dfen, die in der Pr\u00e4zision einer Maschine ihre Positionen einnahmen. Mit dieser mechanischen Fixierung auf das \u00bbGeistige\u00ab wurde allerdings ohnehin schon seit der vorigen Jahrhundertwende abgerechnet, stattdessen kam die Hinwendung zum K\u00f6rper, unter anderem. Die Behauptung der Auswirkung der K\u00f6rperarbeit, genauer gesagt: einer anderen k\u00f6rperlichen Haltung, die erst innere Prozesse in Gang setzt, das ist innerhalb des Kunstsystems zweifelsohne eine Referenz an Wsewolod Meyerhold und seine Biomechanik, die mit dem Jahr 1920 datiert wird. Aber in gewisser Weise stellt dieses Projekt, quasi das biomechanische B\u00e4umeballett, einen nochmals anderen Realismus her, denn der K\u00f6rper wird sogar ganz umgedreht, und der Kopf taucht \u00fcberhaupt ab \u2013 woandershin, unter die Oberfl\u00e4che. Der Rumpf und die Extremit\u00e4ten bilden einstweilen ihr eigenes Restsystem.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-387\" src=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/quasikunst2ctanja-brandmayr.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"219\" \/><\/p>\n<p><strong><i>Der Button impliziert, dass ein Film losgeht.<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Es ist ein Bild mit einem Button. Der ist aber genauso wenig abrufbar, als ob ich in einem Buch einen <u>Link<\/u> ins Papier setze, der allerdings nirgends hinf\u00fchrt. Als ob ich im Kommunikationsbed\u00fcrfnis mit der Natur den Kopf in den Boden stecke. Etwas geht los und ist real vorhanden wie imagin\u00e4r. Es ist sozusagen auch das fiktive biomechanische Ballett. Man k\u00f6nnte das alles bis zum Ende umsetzen \u2013 aber wozu? Wir wollen genau so etwas ja nicht losstarten \u2013 eben das nicht. Das l\u00e4uft sofort wieder in die \u00fcblichen Verwertungsszenarien, egal welches Systems, hinein. Es gibt kein reales B\u00e4umeballett. Wir setzen stattdessen bei Demokrit an, dem Naturphilosophen, angeblich mit einem heiteren Gem\u00fct. Und bei Meyerhold, revolution\u00e4rer russischer Theaterregisseur, der sich mit seiner Biomechanik gegen einen erstarrten Naturalismus gewendet hat. Wir bitten sie sozusagen ganz unverbindlich zum Tanz. Wir wollen hier schlichtweg einmal die Widerspr\u00fcche anders benennen. Vielleicht sogar eine andere Form von Dialektik aufwerfen, als gut angelegte Gegens\u00e4tze, die vorerst einmal zu gar nichts f\u00fchren. Insofern relativiert das jedwede Mystery zu einer schlichten Misery, weil es die reine Behauptung jenseits jeder Funktionalit\u00e4t offenlegt. Mit dieser Behauptungskette wurde das denkende Haupt schlie\u00dflich sogar vergraben. Es ist jenseits der Oberfl\u00e4che nicht mehr sichtbar. Der Kopf will sich stattdessen lieber in ein anderes Informationssystem, in das der Pflanzen einklinken. Alles ist also lediglich als Idee vorhanden. Der Wille dazu erzeugt zun\u00e4chst einmal ein anderes Setting. Mehr soll und darf zun\u00e4chst nicht passieren, um nicht gleich vorschnell ins Regul\u00e4re einzudriften. Auch nicht in die Definition als Kunst und seine regul\u00e4ren Aufmerksamkeitsoberfl\u00e4chen, von fine arts bis Spektakel. Es gibt hier Fragmente eines gr\u00f6\u00dferen Umsetzungszusammenhangs. Auch deshalb ist es in diesem Fall Quasikunst, die sozusagen an eine Aufmerksamkeits- und Realisierungsgrenze geht, die jedoch als Behauptung und Kontextanh\u00e4ufung vorhanden ist. Es ist sozusagen auch Bedarsfbildung im Untergrund.<\/p>\n<p><strong><i>Die Gruppe Quasikunst ist eine Gruppe genau welcher Art?<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Sie ist ganz eindeutig ein Kollektiv der anderen Art. Man k\u00f6nnte dieses Kollektiv konsequenterweise nicht nur als Gruppe, sondern ebenso als Quasigruppe bezeichnen. Denn sie erweitert sich zu einem offenen Gebilde, besteht aus lebenden und toten Menschen, vor allem aber aus Dingen und Zusammenh\u00e4ngen, aus Kunst, Wissenschaft und diversen anderen Referenzen. Und dieses Kollektiv besteht hier konsequenterweise auch aus B\u00e4umen. Es definiert sich also auch aus den unter der Oberfl\u00e4che anders wirkenden Verbindungen. Auch wenn das wie ein Scherz klingt, beschreibt das zum einen die Kritik an der, oder besser gesagt, jedweder menschlichen Zusammenrottung als einzige Legitimit\u00e4tsmacht, zum anderen h\u00e4lt eine solche Offenheit, die sich auch aus hybriden Zusammenh\u00e4ngen versteht, das \u00bbAndere\u00ab definitorisch offen. Wir k\u00f6nnen das Andere ja philosophisch nicht feststellen. Hier wird sozusagen ein Kurzschluss vermieden. Noch genaueres ist in so einem hybriden Kollektiv irrelevant \u2013 auch wer hier wen befragt. Im Endeffekt geht es nur darum: Kontexthybride befragen die Zusammenh\u00e4nge.<\/p>\n<p><strong><i>Und die Quasikunst?<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Zuerst eine Anleihe an die Quasiobjekte: Nehmen wir beispielhaft den Wald. Er steht f\u00fcr die Natur drau\u00dfen. F\u00fcr unsere eigene innere Natur. F\u00fcr \u00f6kologische Zusammenh\u00e4nge. Er steht f\u00fcr heimische Holzwirtschaft und wirtschaftliche Ausbeutung des Regenwaldes. F\u00fcr Maschinen, Rodung und Waldsterben. F\u00fcr den dramatischen \u00f6kologischen weltweiten Zusammenhang. Andererseits wieder: Regenwalddokumentationen und unentdeckte Pflanzenwirkstoffe, an denen die Pharmazie interessiert ist. Andere Wirkstoffgeschichten, die von dort lebenden Schamanen erz\u00e4hlt werden. Gleichzeitig werden in der Forschung Pflanzen als biomechanische Computer erkannt. Pflanzen und Wald werden wieder st\u00e4rker mit der heilenden Wirkung der Natur verbr\u00e4mt. Im Wald werden Detoxingurlaube angeboten, wo man kurz mal nicht digital kommuniziert. Erholung und Erbauung. Im Szenario der aufd\u00e4mmernden \u00f6kologischen Katastrophe kommt also dieses Fakt dazu, dass der Wald \u00fcberhaupt wieder als kulturelle Projektionsfl\u00e4che herhalten muss: Das Sehnsuchtsbild wird auch zur gro\u00dfen Melancholie \u00fcber die Zerst\u00f6rung. Es boomt die thematische Verschr\u00e4nkung Kunst und Natur. Jedenfalls: Wald und Baum sind hier, unter den Oberfl\u00e4chen der regul\u00e4ren Organisationsformen des Wissens, unter seiner Klassifizierung als Natur also in ihrer Mischwesenhaftigkeit der Kontexte, zu Quasiobjekten geworden; Quasiobjekte sind, mit dem Philosophen Bruno Latour, gesprochen eigentlich fast alle Dinge um uns, die sich als Hybride von haupts\u00e4chlich Natur und Technik, aber generell von Kontexten und Verwertungszusammenh\u00e4ngen erweisen. Also dies alles als Anleihe daf\u00fcr, dass sich unter den Oberfl\u00e4chen ganz andere Gegens\u00e4tze zeigen. Und dass sich m\u00f6glicherweise diese Gegens\u00e4tze zu ganz anderen \u00bbungereinigten\u00ab Realit\u00e4ten verbinden.<\/p>\n<p><strong><i>Der Begriff der Reinigung ist wichtig?<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Dies ist ebenso eine w\u00f6rtlich genommene Anleihe. Ohne Reinigung l\u00e4uft in unseren Systemen gar nichts. Das hat mit der definitorisch \u00bbreinigenden\u00ab Wirkung unserer Systeme und Wissensysteme zu tun. Unter der Oberfl\u00e4che breiten sich die Zusammenhangs-Hybride jedoch ungehindert aus, wahrscheinlich \u00bbungereinigt\u00ab. Es bilden sich so gesehen Kontexte, die wahrscheinlich auch wegen ihrer immer dichter gewordenen Verwertungszusammenh\u00e4nge unheimlich werden. Allerdings funktioniert auch eine reale Reinigung, im Sinne eines \u00bbStimmens\u00ab und der Glaubhaftigkeit der gesellschaftlichen Werte, \u00fcber der Oberfl\u00e4che, also in den realen sozialen Kontexten immer weniger. Die Komplexit\u00e4ten sind gro\u00df und unmoralisch: Ein gesellschaftlicher Backlash ist so gesehen Ausdruck einer Komplexit\u00e4ts-S\u00e4uberung, der verzweifelte R\u00fcckgriff auf eine einfache Welt. Wir kennen diese Dynamiken. Globale Fiaskos inklusive. Ein aktuelles, aber wenig bekanntes Detail einer buchst\u00e4blich gewordenen Reinigung und ihrer massiven Diskrepanzen: In Asien sitzen etwa Arbeiterinnen an den Computern und entfernen die nicht so sch\u00f6nen Inhalte aus dem Internet. Nicht selten sind posttraumatische Belastungsst\u00f6rungen die Folge \u2013 damit wir sch\u00f6ne Oberfl\u00e4chen konsumieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong><i>Die Reinigungsmechanismen, die wir real praktizieren, scheinen an allen Ecken und Enden \u00fcberhaupt nicht mehr zu funktionieren?<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Obwohl wir hier in der gro\u00dfen Sauberkeit leben, funktioniert auf die brisanteste globale Weise beim Umweltschutz die \u00bbReinigung\u00ab gar nicht. Es zeigt sich im Gegenteil \u00fcberdeutlich, dass sich die \u00f6kologischen Unzumutbarkeiten drastisch in die menschlichen Verh\u00e4ltnisse zur\u00fcck hineinreklamieren k\u00f6nnten, \u00f6kologisch gesagt: Gr\u00fcne H\u00f6lle strikes back. Und sie k\u00f6nnte gewinnen. In diesem ganzen sch\u00e4bigen Ausbeutungsszenario der Ausbeutungsmaximierung, der immer dichter werdenden Verwertung. Also beginnen die \u00bbDinge\u00ab vielleicht, uns zu reinigen. Vielleicht ist das Kulturpessimismus. Man f\u00fchlt aber, dass nicht nur die \u00e4u\u00dferen, sondern auch die eigenen inneren Verh\u00e4ltnisse von Natur und Kultur \u00fcberhaupt nicht mehr stimmen. Dass unsere sch\u00f6nen Oberfl\u00e4chen gef\u00e4hrlich geworden sind, f\u00fcr uns, f\u00fcr viele, zumindest f\u00fcr andere anderswo. Die hier deklarierte Quasikunst deutet darauf hin, dass, in diesen aufgeschichteten Zusammenh\u00e4ngen, die Kunst sich als ebenso zusammenh\u00e4ngendes Hybridsystem verstehen will, also sich selbst in diese auseinanderdriftende Welt der dystopischen Widerspr\u00fcche eingebettet sieht; Kunst also zwischen Katastrophenszenario und Wunsch des ganz Anderen; und die Kunst will sich sozusagen anderer Mittel bedienen \u2013 die Dinge umschichten, umdrehen, die Gegens\u00e4tze anders definieren.<\/p>\n<p><strong><i>Projekte, die sich zwischen Kunst und Wissenschaft ansiedeln, oder Labore, die im Kontext der Kunst Wissenschaft betreiben, sind Ausdruck dessen?<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Eventuell ist es so: Man will die gef\u00e4hrlich gewordenen Zusammenh\u00e4nge aus Wissenschaft, Macht und Markt entwaffnen. Irgendwie scheint es so, als wollte man die Kalaschnikow nicht auseinandernehmen, um sie wieder gereinigt und regul\u00e4r zusammenzubauen. Sondern die \u00bbReinigung\u00ab erfolgt stattdessen in einem intentionalen grunds\u00e4tzlichen Umbau der Waffe. Inklusive des Einbaus von Verschmutzungsgraden durch das Involvieren des Systems Kunst. Das ergibt sozusagen eine ganz andere Reinigung, ein grunds\u00e4tzlich anderes Detoxing. Also eine Entgiftung.<\/p>\n<p><strong><i>Wir kommen vielleicht zum zweiten Bild, zu den B\u00e4umen und den Menschenrechten.<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Der auf dem Anschlag zu lesende Satz ist: Ich mag B\u00e4ume und die Menschenrechte. Die Aussage nimmt nichts selbstverst\u00e4ndlich. Der Satz setzt Natur, Kultur und das menschliche Ma\u00df wahrscheinlich vor allem gegeneinander ins Verh\u00e4ltnis. Obwohl zuerst diese Gleichsetzung des \u00bbM\u00f6gens\u00ab da ist: Ich mag B\u00e4ume und die Menschenrechte. Wahrscheinlich wirkt das zuerst sympathisch, nett und vereinbar. I like! Dann merkt man, dass wohl so eine lapidare Oberfl\u00e4che der Willensbekundung in einer Gesellschaft der ausgeweiteten Kampfzonen in keiner Beziehung ausreicht. Weder bei den B\u00e4umen, noch bei den Menschenrechten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-302\" src=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/i-like-trees_cTanja-Brandmayr-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/i-like-trees_cTanja-Brandmayr-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/i-like-trees_cTanja-Brandmayr-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/i-like-trees_cTanja-Brandmayr.jpg 800w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/i-like-trees_cTanja-Brandmayr-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong><i>Inwiefern?<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Wenn f\u00fcr \u00bbDas biomechanische Ballett oder: I like Trees And Human Rights\u00ab diese Figuren nun ausgegraben werden, Demokrit, der heitere Materialist, und Meyerhold, der russische Kunstrevolution\u00e4r, bzw. wenn man sich selbst in diese Konstruktion von Widerspr\u00fcchen am Kopf stehend einbaut, quasi als Baumnatur und Kunstinszenierung zugleich, dann geht es nat\u00fcrlich um ein anderes Verh\u00e4ltnis von Kultur zur Natur, um andere Widerspr\u00fcche. Mit einer quasi-Aufschichtung von ja\/nein Verh\u00e4ltnissen von Kunst, Welt, Darstellung und Erkenntnissystemen. Das meint wohl auch, dass man die Welt radikal anders sehen m\u00f6chte. Eine gro\u00dfe Willensbekundung, mit der Hoffnung, dass wir, die Dinge oder unser Wissen \u00fcber uns oder die Dinge bereits genug aufgeladen sind, um aus diesen Widerspr\u00fcchen heraus anders t\u00e4tig zu werden. Wir wollen eine neue Dialektik, wir wollen eine neue Wissenschaft. Vielleicht so: Keine zu Ende gedachten Weltentw\u00fcrfe, keine Ausbeutung. Der Geist dominiert nicht, die Materie setzt nicht unter Druck. Insofern ist das jetzt wieder Mystery und Misery zugleich, denn wie das im gro\u00dfen Stil gehen soll, wei\u00df niemand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mehr \u00fcber Quasikunst auf dieser <a href=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/about-quasi\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Intro-Seite<\/a> und im <a href=\"https:\/\/newcontext.stwst.at\/projects\/quasikunst\/start\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadtwerkstatt-Kontext<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quasikunstprojekt: Das biomechanische Ballett, Aktion im Wald, Fotoarbeiten und Text, 2015 &nbsp; ENGLISH VERSION LEFT Das biomechanische Ballett, oder: I like Trees And Human Rights &nbsp; Die Gruppe Quasikunst hat Kunst und Natur ausgepflanzt. Und sich selbst. Ein Interview mit der Quasikunstgruppe \u2013 \u00fcber verkehrte Menschen, gr\u00fcne H\u00f6llen, Biomechanik und Detoxing. 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