{"id":139,"date":"2017-02-01T18:06:03","date_gmt":"2017-02-01T17:06:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.quasikunst.at\/?page_id=139"},"modified":"2019-03-16T19:09:24","modified_gmt":"2019-03-16T18:09:24","slug":"industriegebiet-segelflugplatz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/industriegebiet-segelflugplatz\/","title":{"rendered":"Industriegebiet, Segelflugplatz"},"content":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text el_class=&#8220;verweis&#8220;]<em><strong class=\"mce-object\" title=\"&lt;style&gt;\" data-wp-preserve=\"%3Cstyle%20type%3D%22text%2Fcss%22%3E%0A%09%3C!--%0A%09%09%40page%20%7B%20margin%3A%202cm%20%7D%0A%09%09P%20%7B%20margin-bottom%3A%200.21cm%20%7D%0A%09--%3E%0A%09%3C%2Fstyle%3E\" data-mce-placeholder=\"1\">Industrieschlote als Akteure, Segelflieger als T\u00e4nzer, Hasen als Performer, Fl\u00e4che als Verhandlungstisch &#8211; Textwork von Tanja Brandmayr, 2011. <\/strong>Thema dieser Arbeit ist der Segelflugplatz im Linzer Industriegebiet, der beobachtet wird, als w\u00e4re er eine performative Installation. <span lang=\"de-AT\">Quasi-Readymade, Rauminszenierungsfrage und Theoriefragment. In Koop mit Schwemmland gezeigt im afo, Salzamt, ver\u00f6ffentlicht in treib.gut und dem literarischen Jahrbuch der Stadt Linz, den Facetten.<\/span><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Kapitel\u00fcbersicht: <\/strong><\/p>\n<p><strong>1. <\/strong>Stichstra\u00dfe \/ Einstieg \u2013 <strong>2. <\/strong>Die Wetterstation: Surreale Geometrie \u2013 <strong>3. <\/strong>Dominanzen im Gebiet \u2013 <strong>4. <\/strong>Die Grundwasser-Korrektur als erste Dramatisierung des Raumes \u2013 <strong>5. <\/strong>Fl\u00e4che als Verhandlungstisch (Einsprengsel Theorie-Schwemmland) \u2013 <strong>6. <\/strong>Der Hase im Flieger \u2013 <strong>7. <\/strong>Poesie und echte Industrieromantik-Empfehlung (Einsprengsel Kritik-Schwemmland).[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<div id=\"attachment_258\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-258\" class=\"size-medium wp-image-258\" src=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/segelflugplatz_-cTanja-Brandmayr-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/segelflugplatz_-cTanja-Brandmayr-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/segelflugplatz_-cTanja-Brandmayr-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/segelflugplatz_-cTanja-Brandmayr-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/segelflugplatz_-cTanja-Brandmayr-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/segelflugplatz_-cTanja-Brandmayr-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-258\" class=\"wp-caption-text\">Sackgasse und Zugang zum Gebiet, TanjaB<\/p><\/div>\n<p><strong>1<\/strong><\/p>\n<p><strong>Stichstra\u00dfe \/ Einstieg<\/strong><\/p>\n<p>Dienstag, 16. August. Ich beginne in der Estermannstra\u00dfe, die zum Segelflugplatz f\u00fchrt. Und stelle fest, dass sich hier alles sehr pragmatisch nach Zweck und Nutzen inszeniert. Es scheint hier alles versteckt, nichts direkt vermutet, nicht auff\u00e4llig nach drau\u00dfen gerichtet, h\u00f6chstens angeschrieben: In einer aufgeschichteten Komplexit\u00e4t von, wenn man so will: unten Kriegsschutt und M\u00fcll, oben Bilanz. Ich fahre die Stra\u00dfe von der Industriezeile los, beim Motorsport Competence Center oder Car Center Linz, bei Avanti, Iveco und Ralli Art, passiere Gebrauchtwagen-Dimension und W\u00fcstenrot-KFZ-Schnellzulassung, Logistik, Kabeltechnik und Gartenhilfe, AGM, WIFI, WKO und RUHA, Bandagistenbedarf, Zahnwerkst\u00e4tte und Linz AG Bestattung, Fresenius Kabi Halle A bis C, Alere, Slupetzky, Pischulti, Hein Gericke Feel the Ride; Culligan, Riegler, Kendrion Binder Magnete, lese immer wieder mal: Privatparkplatz Video\u00fcberwachung, Automatisches Tor Ausfahrt freihalten, Achtung Erdkabel Tiefe 0,9 m. Bei Gasgeruch oder Brand Linz AG \u2013 Erdgas Notruf 128 anrufen. Explosionsgefahr! Am Ende der Stra\u00dfe findet sich die ring-B\u00e4ckerei-G\u00f6nn dir das!-Backshop Direktverkauf-Coffee to go! Ich \u00fcberschreite die Gleisanlage der Firma Plasser und Theurer, gehe vorbei am Schwei\u00dfwerk 3 der Bahnbaumaschinen Industriegesellschaft, begutachte die Linz AG Abwasser Schieberanlage S 78 Hauptsammler Mitte (bei St\u00f6rung Linz AG anrufen) und gelange zur Privatstra\u00dfe mit Zufahrt nur f\u00fcr Berechtigte. Gerade aus geht es zum Motoryachtklub, bzw. zum Sportboothafen, nach rechts eingebogen f\u00fchrt mein Weg an der Spedition vorbei zur Linz AG Freizeit &amp; Hobbyanlage, wo heute Beach Volleyball gespielt wird. W\u00e4hrend rechts M\u00f6bel Jumbo, Gebr\u00fcder K\u00fchn Neum\u00f6bellogistik Umz\u00fcge Lagerei, WOI Sped und die Internationale Spedition Linz Austria am Woisetschl\u00e4ger Parkplatz lagern, sind alle Schilder links, am Hang des Qualmwassergrabens, f\u00fcr den Erkenntnisgewinn oder verhaltensregulierend gemeint: O\u00d6 Ferngas Erdgasleitung (Bei Gasgeruch, Gebrechen und Notf\u00e4llen bitte Tel.nr. sowieso verst\u00e4ndigen), Betriebsfremden ist das Betreten der Freizeit- und Hobbyanlage verboten, Mahnung! Schutt, M\u00fcll und Ger\u00fcmpel ablagern strengstens verboten (Magistrat Linz). Wir bitten Sie zum Schutze des Jungwildes ihren Hund anzuleinen! Wir bedanken uns \u2013 Ihr Revierbetreuer; und noch einmal, bevor das Flugplatz-Schild kommt (ein durchgestrichenes M\u00e4nnchen: Betreten verboten) eine O\u00d6 Ferngas Erdgasleitung. Am Platz angelangt, der nicht betreten werden darf, f\u00fchle ich mich selbst betreten. Doch der Segelflugplatz er\u00f6ffnet sich in seiner nat\u00fcrlich scheinenden Auwald- und Wiesenweitr\u00e4umigkeit! Er erscheint selbst als Inszenierung, obwohl ihm paradoxerweise jede Inszenierung fehlt: eine Fl\u00e4che, die inmitten des industriellen Drucks einen pl\u00f6tzlichen, undefinierten Leerlauf bildet, an dessen Leerschwung sich die Segelflieger in die H\u00f6he schrauben, von der komplexen Aufschichtung von Industrie und Natur angeregt und von der Leichtigkeit der pl\u00f6tzlichen Nicht-Nutzung befl\u00fcgelt.<\/p>\n<p>Ich z\u00e4hle im Laufe meiner Anwesenheit sechs Motorsegelflieger in der Luft, sehe vier Starts. Einmal spaziere ich nach einer Landung quer \u00fcber den Platz, das reicht als Aktion, mit der ich mich als Akteurin in diesem Ding bemerkbar machen will. Eine Minimalinszenierung \u2013 in dieser hochregulierten Zone, \u00fcber die sich lediglich eine d\u00fcnne Schicht Natur und Freizeit zieht. Beim Rausgehen aus dem Gel\u00e4nde eine plattgewalzte Maus am Schotter. Es f\u00e4hrt ein Zug \u00fcber die pflanzenbewachsenen Plasser &amp; Theurer Gleise.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_257\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-257\" class=\"alignnone size-medium wp-image-397\" src=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Flugversuch_Merkw\u00fcrdiges-Objekt_TanjaB-c-Reinhard-Winkler-300x189.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Flugversuch_Merkw\u00fcrdiges-Objekt_TanjaB-c-Reinhard-Winkler-300x189.jpg 300w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Flugversuch_Merkw\u00fcrdiges-Objekt_TanjaB-c-Reinhard-Winkler-320x202.jpg 320w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Flugversuch_Merkw\u00fcrdiges-Objekt_TanjaB-c-Reinhard-Winkler.jpg 466w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-257\" class=\"wp-caption-text\">Ein merkw\u00fcrdiges Objekt mehr. Foto: Reinhard Winkler<\/p><\/div>\n<p><strong>2<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Wetterstation: Surreale Geometrie<\/strong><\/p>\n<p>Mittwoch, 24. August 2011. Morgenstimmung, sechs Uhr. Ich sehe von weitem ein dichtes Nebelfeld, das flach \u00fcber dem Flugfeld liegt. Das ist faszinierend, denn der Nebel erstreckt sich kaum in die H\u00f6he, nicht nach vorne zur Stra\u00dfe \u2013 ist ausschlie\u00dflich auf der leeren Grasfl\u00e4che des Flugfeldes zu sehen, nur einige Meter hoch. Der dichte Morgennebel auf dem Flugfeld unterbricht den Blick auf die Industrie, beziehungsweise erstehen \u00fcber dem Nebel die T\u00fcrme und Schlote wie aus dem Nichts. Es ist, als ob der Blickhorizont ausradiert und mit wei\u00dfer Watte bef\u00fcllt worden w\u00e4re. Ich gehe zum Flugfeld und der Nebel weicht, wie zu erwarten war, aber dann doch erstaunlicherweise vor mir zur\u00fcck. Drinnen im Feld, also mitten im Nebel, stellt sich die Nebelfl\u00e4che als eindr\u00fcckliches Rondeau rund um mich. Als ich weiter ins Feld hineingehe, werde ich anschaulich zu meinem eigenen Mittelpunkt: Egal, wo ich hingehe, egal wo ich stehe, schlie\u00dft sich der Nebelkreis um mich. Ich bin im Radius von etwa 20 Metern v\u00f6llig umschlossen. Es entsteht ein eigener Fokus, eine eigene Zentriertheit \u2013 eine Ruhe, die in einem irritierenden Zauber einen Spot rund um mich aufmacht. Mitten in der Natur entsteht eine surreale Geometrie, gemacht aus Wasserpartikeln.<br \/>\nAm Abend noch einmal die Dramatik der Natur \u2013 der Tag der Wetterstation. Nach einem sehr hei\u00dfen Sommertag, wird am Flugplatz Wetterleuchten gegeben. Am Himmel wird Blitz um Blitz sichtbar, und trotzdem ist Ruhe (Wind und Donner werden erst sp\u00e4ter losbrausen). Als ich mir diese Szenerie ansehe, begreife ich den Unterschied von Stille und Ruhe. W\u00e4hrend die Stille sich auf das H\u00f6ren beschr\u00e4nkt, breitet sich Ruhe auf alle Wahrnehmungsebenen aus. Menschenleere im Industriegebiet. V\u00f6lliger Ruhezustand. Das potentielle Publikum dieses Spektakels hat sich in seine Wohnungen verkrochen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_257\" style=\"width: 286px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-257\" class=\"alignnone size-full wp-image-394\" src=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Abheben_TanjaB_Videostill-Christoph-Wiesmayr.png\" alt=\"\" width=\"276\" height=\"172\" \/><p id=\"caption-attachment-257\" class=\"wp-caption-text\">Flugversuch, abheben. Videostill: Christoph Wiesmayr<\/p><\/div>\n<p><strong>3<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dominanzen im Gebiet<\/strong><\/p>\n<p>Donnerstag, 18. August. 17 Uhr, Industriezeile. Ich biege in die Pummererstra\u00dfe. Es ist erstaunlich, dass die Anlage der Linz AG \u2013 Strom wirklich von jedem Blickwinkel im Hafen- und Industriegebiet die dominante Kulisse bildet \u2013 heute durchaus schaurig-sch\u00f6n mit einem dramatischen Wolkenaufbau im Hintergrund. Andererseits bietet sie auch von \u00fcberall Orientierung in diesem archaischen Raum des Kleingewerbes, in diesem kleinteiligen Mess. Das Gebiet hier funktioniert, prosperiert, scheint in st\u00e4ndigem Wandel zu sein, wird st\u00e4ndig umgeschichtet. Unerwartet wirkt es f\u00fcr mich aufger\u00e4umt und klar.<\/p>\n<p>Es geht Richtung sechs Uhr, Arbeitsende, ein paar Leute gehen auf der Stra\u00dfe. Ein Mann mit Bierdose in der Hand will seiner Freundin ein wenig Wasser vom Hydranten herunterlassen: Sie bleibt pl\u00f6tzlich wie erstarrt stehen und richtet ihren Blick in den Himmel, als ob ihr gerade der Gedanke ihres Lebens gekommen sei. Ein paar Typen im Anzug gehen an mir vorbei. Sie bleiben nicht im Warteh\u00e4uschen der Bushaltestelle mit Namen \u201eFa. Plasser\u201c stehen, sondern gehen zu Fu\u00df die Stra\u00dfe runter. Auf einem Firmenparkplatz wird gegrillt. Ich lese von Produkten und Erzeugnissen wie Linzer Kraftfutter, Saunamanufaktur. Am Ende der Stra\u00dfe \u00fcberquere ich die Schienen, fahre weiter.<\/p>\n<p>Am Flugplatz ausdauerndes Fliegen, Start, Start, Start, mir kommt vor, ein Flug geht auch \u00fcber das Stadtzentrum, zumindest in diese Richtung. Der Flugplatz ist wie immer ein ganz eigener Raum.<\/p>\n<p>Was ist das hier, \u2026 \u2026 \u2013 der Hafen als Umschlagplatz, das Industriegebiet ein Produktionsort, die Linz AG als Generalversorger von der W\u00e4rme bis zur Bestattung. Welche Geschichte erz\u00e4hlt die Donau und ihre Regulierung hier? Ein Greifvogel \u00fcberfliegt den Flugplatz. \u2026 welche Geschichte erz\u00e4hlt das Fliegen \u2013 von Tieren und Flugzeugen? Welche Geschichten erz\u00e4hlt der Segelflugplatz, der hier seit den 70er Jahren, seit dem Bau der Staustufe Abwinden-Asten beheimatet ist? Welche Geschichte erz\u00e4hlt der Flugplatz selbst? Erz\u00e4hlt sich, wenn ein Flieger vor der Voest-Silhouette startet, schon der geplante Flughafen der Nationalsozialisten hier? Auch wenn es nur ein Segelflieger ist?<\/p>\n<p>Bei der Heimfahrt sehe ich den Beginn der Verlandungsarbeiten des ersten Hafenbeckens. Im n\u00e4chsten Hafenbecken, wie der Verlandung zum Trotz, \u00fcbt ein Ruderer-Vierer seinen Start. Wann ist die Hafentour heute zu Ende? F\u00fcr mich endet sie heute am Pfarrplatz, als ich die bereits aufgebaute Volksmusikb\u00fchne des Krone-Festes sehe \u2013 sie wird von einem Banner der Linz AG Strom umrahmt. Die omnipr\u00e4sente Linz AG. Ich stelle fest, was offensichtlich ist: Nicht nur die Meinungsmache, auch die Grundversorgung wird im Zentrum kr\u00e4ftig inszeniert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_257\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-257\" class=\"alignnone size-medium wp-image-396\" src=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Connecting_Foto-Videostill-Pamela-Neuwirth-300x220.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Connecting_Foto-Videostill-Pamela-Neuwirth-300x220.png 300w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Connecting_Foto-Videostill-Pamela-Neuwirth.png 315w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-257\" class=\"wp-caption-text\">Connecting. Videostill: Pamela Neuwirth<\/p><\/div>\n<p><strong>4<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Grundwasser-Korrektur als erste Dramatisierung des Raumes<\/strong><\/p>\n<p>7. Juli, Nachmittag. Schw\u00fcle Hitze. Beschwerliches St\u00f6hnen meines Begleiters w\u00e4hrend des Spaziergangs. Ihn erinnert das alles an das hei\u00dfe Griechenland, \u201ewenn du auf dem Weg bist, irgendwoher Essen zu besorgen\u201c. Ganz zu diesem Urlaubsfeeling passend, sonnt sich ein paar Meter weiter ein nackter Mann im hohen Gras neben dem Flugstreifen. Er hat es sich auf einer Liege bequem gemacht, pflegt die Freik\u00f6rperkultur. Auf der Flugbahn selbst wird ein Segelflieger am Seil hochgezogen. Wir sehen dem Flieger zu, bis er aus unserem Sichtfeld verschwindet, gehen weiter und widmen uns der Natur am Wegrand: Viele Pappeln, inmitten des Gestr\u00fcpps ein wilder Kirschbaum, Essigb\u00e4ume, Nussb\u00e4ume, B\u00fcsche, Gr\u00e4ser, wuchernde Stauden. Viele Pflanzen, die ich nicht kenne oder benennen kann. Sieht wie Au aus, ist aber nur falsche Au, Quasi-Au, korrekterweise Sukzessivwald. Macht nichts, denn die Natur zieht in die Leerfl\u00e4chen wieder ein, bildet im Notfall eine Au nach. Denn dort, wo wirkliche Au, wirkliches Schwemmland war, ist von Schwemmland nichts weiter \u00fcbrig: Die Donau ist durch eine unterirdische Mauer entlang des Dammes vom Grundwasserspiegel getrennt. Vorne steigen wir ins Geb\u00fcsch ein und \u00fcberqueren den Qualmwassergraben. Dort, wo die Anzeichen der Regulierung, der Durchrationalisierung des ganzen Gebietes sichtbar werden. Dort, wo es offensichtlich ist, dass der Begriff \u201eNatur\u201c nicht ganz das sein kann, was man sich so allgemein darunter vorstellt \u2013 n\u00e4mlich die Natur als was ganz eigenes, ganz in sich abgeschlossenes, ganz systemisch abgetrennt von menschlichem Treiben. Es ist vielmehr so, dass die Natur immer trotzdem da ist, auch trotz massiver Eingriffe sich gro\u00dfz\u00fcgig ausbreitet, wenn das nur irgendwie geht. Wir bleiben kurz auf der Mauer stehen, unter der eine K\u00fchlwasserpipeline gef\u00fchrt wird, wo sich Qualmwasser und K\u00fchlwasser kreuzen, und blicken in den Zauberwassergraben der technischen Rationalit\u00e4t. Wundersch\u00f6n ist das aber trotzdem, dieses Phantom-Schwemmland, dieser Ort, wo das Wasser nicht mehr von der Donau hereinschwemmt, sondern stattdessen von unten hochgedr\u00fcckt wird und praktische eine Grundwasser-Korrektur bildet. Und wie als nat\u00fcrlicher Beweis f\u00fcr eine gelungene Symbiose von Beton, Gr\u00fcn und Wasser schwimmen im durchbrochenen Sonnenlicht ein paar Entchen an der Oberfl\u00e4che. Oben am Damm \u00f6ffnet sich freie Sicht auf die Donau \u2013 wie immer ein Ah! und Oh!, ob der Donau und des pl\u00f6tzlich freien Blicks! Sowohl das Wasser und die Fische, als auch die Muscheln in der kleinen Bucht bieten Beobachtungpotential. Die massiven Betonkonstruktionen, die zwischen dem Gras auferstehen, diese Zweckmonumente der Moderne beeindrucken in ihrem unverstandenen Vorhandensein. Ein riesiges Lastenschiff startet sein Parkman\u00f6ver, und macht den langsamen aber permanenten Wechsel im Gebiet anschaulich. Wir entschlie\u00dfen uns, in Richtung Motoryachtclub zu gehen. Was soll man sagen? Hier ist ordentlich was los, hier am Wasser atmen die Menschen durch, mit oder ohne Boot, mit oder ohne Ausr\u00fcstung. Es scheint so, als ob hier ein Hauch von Individualit\u00e4t und Freizeit-Anarchie in der Luft liegt: sonnen, laufen, Rad fahren, fischen, Hund ausf\u00fchren, spazieren gehen. Vorne, wo bereits der Containerhafen beginnt und der Weg abrupt endet, haben sich zwei Leute am Ufer niedergelassen, au\u00dferdem hat hier jemand einen kleinen Zeltverschlag neben einem Anh\u00e4nger aufgebaut, scheint zumindest sehr viel Zeit hier am Wasser zu verbringen. Wir finden Spuren von Partygeschehen, eine Feuerstelle, ein paar leere Bierdosen, eine aufgerissene Kondomverpackung, anderen Kram. Am R\u00fcckweg schlagen wir uns so bald als m\u00f6glich wieder in die B\u00fcsche, hier ist es k\u00fchl, eine Hornisse verfolgt uns, \u00fcber unseren K\u00f6pfen surrt es, ein Segelflieger kommt runter. Wir gehen zur\u00fcck zum Segelflugplatz, dieser enorm offenen und weiten Fl\u00e4che zwischen Industrie und Donau. Wir sehen den gelandeten Flieger zum Hangar rollen. Ein anderer Flieger startet. Die leere Fl\u00e4che birgt in sich eine eigene Dramatik, weil am Industrierand die Existenz einer derart gro\u00dfen, leeren Fl\u00e4che unglaublich ist, und weil andererseits die glatte Gr\u00fcnfl\u00e4che am Donauufer v\u00f6llig unglaubw\u00fcrdig erscheint. An der Schnittmenge des Unglaublichen und Unglaubw\u00fcrdigen er\u00f6ffnet sich das Theatrale. Ich erlaube mir eine Dramatisierung des Raumes: Der Anblick der wei\u00dfen Flieger in der Luft und auf der Rasenfl\u00e4che wirkt beinahe wie ein Fest, eine gut gelaunte fete blanche der Flugzeuge: Ein sonniger Ballsaal mit tanzenden Flugzeugen als Hauptdarsteller, einem vorbeifliegenden Greifvogel als Tanzmeister, leicht aufsteigender Rauch und luftig vorbeiziehende Wolken als Bewegungsassemblage, inmitten des Industrieflickwerks eine wundersch\u00f6ne Choreographie der paradoxen Leichtigkeit.<br \/>\nEin Detail am Rande, sichtbar bei der R\u00fcckfahrt: Am Hafen an der Industriezeile wird gerade die Linz09 Hafenhalle abgebaut, ein tempor\u00e4rer Kulturort am Hafen. Zwischengenutzt als Linz AG Lagerhalle wird die ehemalige Theaterhalle St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck abgetragen, um sie woanders wieder aufzubauen. Ich stelle fest: Eine Brache ist das hier sicher nicht, hier verf\u00e4llt nichts, hier wird zumindest kein Material verschwendet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_257\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-257\" class=\"size-medium wp-image-257\" src=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/segelflugplatz_strasse_ende-c-Tanja-Brandmayr-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/segelflugplatz_strasse_ende-c-Tanja-Brandmayr-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/segelflugplatz_strasse_ende-c-Tanja-Brandmayr-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/segelflugplatz_strasse_ende-c-Tanja-Brandmayr-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/segelflugplatz_strasse_ende-c-Tanja-Brandmayr-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/segelflugplatz_strasse_ende-c-Tanja-Brandmayr-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-257\" class=\"wp-caption-text\">Industrieschlote als Akteure, TanjaB<\/p><\/div>\n<p><strong>5<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fl\u00e4che als Verhandlungstisch (Einsprengsel Theorie-Schwemmland)<\/strong><\/p>\n<p>14. Juli. Morgenrundgang, es regnet. Ein Blick auf die Freizeitanlage der Stadt, nat\u00fcrlich ist noch niemand da, daf\u00fcr stehen zwei Wassersprinkler auf dem Sportfeld und spr\u00fchen im Kreis, kurios im Regen. In die Stille mischt sich eine unaufdringliche Ger\u00e4uschkulisse mit Wassersprinkler, Regentropfen, Vogelgezwitscher und Autobahn. Das hat was. Von Abwesenheit; und \u00dcberwucherung; und Automatismen.<br \/>\nZehn Wassersprinkler auf dem Flugfeld im Regen, das w\u00e4re doch eine Inszenierung, die den regulierten Wasserhaushalt im Gebiet spiegelt. Funktioniert auch ohne Darsteller, ohne Zuschauer.<br \/>\n\u00dcberhaupt wirkt diese enorm riesige Fl\u00e4che mit einem Schlag wieder wie eine abgeschlossene Fl\u00e4che auf mich, eine Fl\u00e4che, die durch ihre Begrenzung mit hohem Baumbestand r\u00e4umlich wird. Und wenn ich die Dramatisierung des Raumes als theatralen Raum weiterf\u00fchre \u2013 mit merkw\u00fcrdigen Akteuren, die auch f\u00fcr sich alleine zu funktionieren scheinen und in eindeutiger Absicht auf die heute triste Fl\u00e4che hereinspielen: Die megalomanischen Turm- und Schlotdarsteller der Voest aus der Ferne, der von sich selbst \u00fcberzeugte Linz AG Fernw\u00e4rmeschauspieler in der N\u00e4he, der fahrende Woisetschl\u00e4ger und die lustigen Gebr\u00fcder Weiss, die \u00fcber die B\u00fcsche schauen, \u00fcberall rund um den Platz Erdgasleitungsm\u00e4nnchen mit gelben Kappen, Hochspannungsenergietr\u00e4ger-Riesen, Betonmonster, die aus dem Boden wachsen, sprechende Schilder, die von einer Inszenierung des unbefugten Betretens k\u00fcnden, der geordneten M\u00fcllablagerung, des unerw\u00fcnschten Gasaustritts oder der Explosionsgefahr.<br \/>\nUnd mitten drinnen die paar Hasen, Kr\u00e4hen, Fasane und Greifv\u00f6gel, die ihre Naturnische gefunden haben, begehrlich von der Industrie rundum be\u00e4ugt werden und von wenigen Segelfliegern in ihrer Daseinsberechtigung verteidigt sind.<br \/>\nIch stelle fest, an diesem regnerischen Morgen: alles in allem eine hochbrisante Dramatik der Dinge und Zusammenh\u00e4nge.<br \/>\nUnd wenn das schon nicht Theater ist,<br \/>\ndann ist das hier,<br \/>\nauf der industriellen Nebenfl\u00e4che,<\/p>\n<p>zumindest eine Quasi-Installation, die (Einsprengsel Theorie-Schwemmland, Bruno Latour) die modernen Pole Natur und Gesellschaft in einem komplexen Netzwerk vereint:<br \/>\nEine Fl\u00e4che wie ein Verhandlungstisch \u2013 mit den Verhandlungspartnern Schwerindustrie, Transport Grundversorgung; Freizeit, Vogel, Segelflieger und Nebenfl\u00e4che;<br \/>\nmit den Verhandlungspartnern weiter: Baum, Busch, Linz AG und Hase \u2013 und nicht zu vergessen: heute haben die automatisch gesteuerten Wassersprinkler in der Freizeitanlage das Wort.<br \/>\nJetzt und im Moment wirkt diese Fl\u00e4che zerbrechlich, bedr\u00fcckend einsam, sogar beengend auf mich. Das liegt vielleicht daran, dass die verb\u00fcndeten Segelflieger noch schlafen und andererseits jede einzelne Person nur in voller Abh\u00e4ngigkeit in diese symbolische Verhandlungsfl\u00e4che eintreten kann: existenziell abh\u00e4ngig von einer Vielzahl von Automatismen, von einem System, das seine Abl\u00e4ufe perfekt geschmiert hat, von einer \u00d6konomie, die ihre Regeln fest und unterirdisch verlegt, von einer Vorstellung von Freiheit an der Oberfl\u00e4che, von einem Systemzusammenhang, aus dem man sich in allen ambivalenten Schattierungen der Faszination und des Ekels nicht ausnehmen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_257\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-257\" class=\"alignnone size-medium wp-image-402\" src=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Flugversuch-II_Foto-Reinhard-Winkler-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Flugversuch-II_Foto-Reinhard-Winkler-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Flugversuch-II_Foto-Reinhard-Winkler-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Flugversuch-II_Foto-Reinhard-Winkler.jpg 799w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-257\" class=\"wp-caption-text\">Flugversuch II, Foto: Reinhard Winkler<\/p><\/div>\n<p><strong>6<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Hase im Flieger<\/strong><\/p>\n<p>15. August, fr\u00fcher Nachmittag, Feiertag. Ich erkunde einen neuen Zufahrtsweg zum Segelflugplatz und nehme die Zufahrt \u00fcber die Prinz Eugenstra\u00dfe. Ich sehe hinter dem Cineplexx wieder eine Freifl\u00e4che, riesige Berge aus Holzst\u00e4mmen und eine Schrebergartensiedlung. Vorne biege ich in die Hollabererstra\u00dfe und komme beim Kreisverkehr zur Nebingerstra\u00dfe heraus, fahre noch etwas herum. Im Tankhafen ist Feiertagsruhe, einmal brettert ein LKW vorbei. Mir f\u00e4llt eigenartig auf, dass sich hier im Industriegebiet Sackgassen- und Fahrverbotsschilder mit Autobahnhinweisschildern zur A1 und A7 merkw\u00fcrdig abwechseln, was v\u00f6llig verschiedene Impulse zum Abbremsen und Beschleunigen suggeriert. Ich fahre dem LKW in der Nebingerstra\u00dfe nach, er hat in der Sackgasse bei der IQ Tankstelle abgebremst und geparkt: Am Ende der Sackgasse ist eine Tankstelle, direkt am Rand zum Gr\u00fcn \u2026 Ich mache gro\u00dfe Augen und drehe wieder um und bewege mich zur\u00fcck ins Gebiet. Hier ist definitv dichtestes Linz AG-Land, hier treffen Stromversorgung und Abfallwirtschaft aufeinander, mit s\u00e4mtlichen Geb\u00e4uden und Konstruktionen zu ebener Erde und in der H\u00f6he. Ich befahre den Tankhafen und staune. Bei einem Hafenbecken entdecke ich hinter einem geparkten LKW einen alten, t\u00fcrkisen Peugeot mit schwarzem Kennzeichen. Der Besitzer hat im Gestr\u00fcpp im Hafenbecken seine Angel ausgeworfen. Ich komme zum Kreisverkehr zur\u00fcck und parke, um die Gegend zu begehen. Weiter vorne steht ein gro\u00dfer Mercedes mit aufgedrehtem Licht, sein Besitzer scheint auf etwas zu warten. Inmitten der Hitze kommt eine Touristen-Radfahrergruppe den Asphalt heraufgestrampelt, mit Satteltaschen am Gep\u00e4cktr\u00e4ger und s\u00e4mtlichem Radtouristen-Pipapo. Sie fahren eine Runde im Kreisverkehr, schauen die Tankt\u00fcrme an, wirken in ihren Helmen etwas unentschlossen und biegen dann wieder ab. Wie ich erst jetzt feststelle, scheint hier eine unsichtbare Grenze vom Industrieviertel zum Hafengebiet zu verlaufen, denn auf den Hinweisschildern bei den Tankt\u00fcrmen wird unbefugtes Betreten des Hafengebietes beh\u00f6rdlich untersagt. Ich frage mich, ob das die Touristen abgeschreckt hat und stehe vor der Frage, auf welche Wege sich das Verbotsschild \u00fcberhaupt bezieht, oder ob ich \u00fcberhaupt bereits im verbotenen Hafengebiet stehe, w\u00e4hrend ich das lese. Und wenn nicht, ob mein Interesse f\u00fcr den Segelflugplatz bereits eine Begr\u00fcndung f\u00fcr befugtes Befahren ausgemacht hat. Generell: Stellt das Bed\u00fcrfnis nach Erholung und Freizeit bereits eine Befugnis zum Betreten dar? Ich entschlie\u00dfe mich zu glauben, dass es sich hier um eine Mischung aus \u00dcberbleibsel, Duldung und Haftungsabsicherung handelt und fahre wieder in die Sackgasse zur IQ-Tankstelle, um dort mein Auto abzustellen. Die Tankstelle hier am Rand zur Natur ist ein Kuriosum, zumal sich hier am Abend schon so manch einsamer Hase auf der gut ausgeleuchteten Fl\u00e4che neben den Zapfs\u00e4ulen getummelt hat. Das sind die special effects hier, die magischen Momente im Industriegebiet, die sehr oft mit Hasen zu tun haben. Der Schilderwald, der einem beim Weg zum Flughafenplatz empf\u00e4ngt, ist in seiner Ansammlung von Verboten und Erkl\u00e4rungen ein Schauspiel an sich: Hier treffen Industrie und Freizeit hart aufeinander, wahrscheinlich im Falle der Segelfliegervereine in einer Nutzungssymbiose der Tankstelleninfrastruktur, wie auch in einem gemeinsamen Verst\u00e4ndnis, was das Aufstellen von Verbotsschildern betrifft: Industrie und Freizeit trennt eine Gleisanlage, die nat\u00fcrlich nicht betreten werden darf, vom Flughafen, der auch nicht betreten werden darf. Das ist aber \u00fcberall so hier im Hafengebiet, wo allenthalben sehr viel betreten verboten wird. Tats\u00e4chlich scheint es diesbez\u00fcglich aber kaum Probleme zu geben, abgesehen von einem vielleicht gr\u00f6\u00dferen Interessenskonflikt der Regulierung von Natur und Industrie, dessen Anstrengung sich so spiegelt. Ich gehe den Weg in Richtung S\u00fcden, nach vorne zur Landzunge. Wieder einige Hinweis- und Verbotsschilder, es ist aber Verzauberung angesagt: Der J\u00e4ger verbietet in Frakturschrift, die Hunde laufen zu lassen, dann ein uneinsichtiger Weg, bl\u00fchende Spontanvegetation, rechts der Blick auf ein St\u00fcck aufgelassene und eingez\u00e4unte Industrie, Geb\u00fcsch, Rosengeh\u00f6lz, Wechselkr\u00f6ten-Ablaiche, Stauden mit blauen Beeren, Tankt\u00fcrme, wieder ein gigantischer Berg aus Holzst\u00e4mmen. Sogar der Stacheldrahtzaun, der das alles abgrenzt, bekommt etwas Sinn, wenn man wei\u00df, dass zumindest die Hasen diese eingez\u00e4unten Zonen nutzen, um sich dort vor den freilaufenden Hunden in Sicherheit zu bringen, und tats\u00e4chlich sollen die Hasen die eingez\u00e4unten Sicherheitsfl\u00e4che auch nutzen, um zu kopulieren. Danach, etwas weiter vorne, inmitten dieser Natur ein faszinierter Blick auf das Wasser und die Industrielandschaft dahinter. Wenn man Richtung Linz schaut, erhebt sich \u00fcber diesem ganzen Industriewahnsinn in strahlendem Sonnenschein der P\u00f6stlingberg \u2013 wenn das kein Postkartenmotiv des etwas anderen Linz ist. Tats\u00e4chlich tut es mir f\u00fcr die Radfahr-Touristen von vorhin leid, dass ihnen das entgeht \u2013 und wahrscheinlich g\u00e4be es doch einige touristische Nutzungsm\u00f6glichkeiten, sofern man das nur irgendwie wollen oder angemessen auf die Reihe bringen k\u00f6nnte.<br \/>\nDas jedenfalls, was an erfreutem Ausblick an der anderen Seite des Segelflugplatzes immer die Donau besorgt, wird hier durch die Kulisse des Tankhafens samt dahinterliegender Industrie geliefert: Ein faszinierter Blick auf Wasser, Industrielandschaft, Tankt\u00fcrme, immer wieder das sch\u00f6ne Wort \u201e\u00d6lsperre\u201c, ein im Sonnenlicht fast \u201ephotogeshoppt\u201c wirkender Linz AG Turm, Holzst\u00e4mme, Produktionsl\u00e4rm, ein aus dem Wasser wegstartender Schwan, braune Babyschw\u00e4ne, eine Durchsage, die vom anderen Ufer her\u00fcberschallt und an eine Bahnhofsdurchsage erinnert, immer wieder Detailblicke auf eine organisch wirkende Struktur, dann tats\u00e4chlich ein Industriezug auf den Schienen \u2013 das weckt ob der Entfernung Spielzeugassoziation: Die riesige Industriemaschinerie schrumpft von ungeheuerlicher Gr\u00f6\u00dfe in etwas ganz kleines, verwandelt sich in der Vorstellung in kindliche Wahrnehmung, weil die Zusammenh\u00e4nge \u00fcberm\u00e4chtig sind und v\u00f6llig verborgen bleiben.<br \/>\nDass das Gebiet hochreguliert ist, wird hier in aller Deutlichkeit sichtbar, nicht nur durch den Blick ins gro\u00dfe Ganze, sondern auch durch viele Details: Etwa durch die gelben Erdgasleitungsanzeiger, die \u00fcberall zwischen B\u00e4umen oder direkt am Wasser auftauchen. Oder durch die D\u00fckeranlage, die an der Spitze der Landzunge steht: Sie pumpt das Abwasser kilometerweit von da nach dort, unter Land und unter Donau. \u00dcber der betonierten und eingez\u00e4unten Anlage ist auf einer Stahlkonstruktion wieder ein Schild zu lesen: \u201eVerweilen unter h\u00e4ngender Last verboten\u201c. Als ob jemand \u00fcber den Zaun steigen w\u00fcrde und genau auf 10 Quadratmetern D\u00fckeranlage unter h\u00e4ngender Last verweilen w\u00fcrde wollen. Ich begr\u00fc\u00dfe einen Angler, der mit seinem Auto an der Donau steht, und w\u00fcrde ihn gerne fragen, ob er es sich auf der D\u00fckeranlage bequem machen w\u00fcrde wollen, wenn es nicht verboten w\u00e4re. Ich gehe dann lieber aber ein paar Schritte hinauf \u2013 dorthin, wo man zwischen den Hecken Einblick auf die gesamte Fl\u00e4che des Segelflugplatzes hat. Von hier bietet der Blick die eigentliche Sensation auf den Platz, denn der Freiraum erstreckt sich in voller L\u00e4nge: die \u00f6kologisch gesch\u00fctzte Zone vor der Fl\u00e4che des Segelflugplatzes, dahinter der Segelflugplatz, insgesamt eine langgezogene Freifl\u00e4che, eingekeilt von Wasser: Inmitten der durchrationalisierten Zone ein pl\u00f6tzlicher Leerlauf, der dem Rhythmus der Natur zu folgen scheint.<br \/>\nVereinzelt Tierdarsteller, Menschendarsteller. In dieser paradoxen Ansammlung von Eindr\u00fccken w\u00fcrde es mich nicht wundern, wenn ich am sp\u00e4ten Abend mal einen Hasen selbst in einen Flieger einsteigen sehen w\u00fcrde, einen Hasen, der die Fallwinde zu nutzen versteht und eine Flugrunde \u00fcber den Norden von Linz zu ziehen pflegt. Ganz im Sinne der Trias von Natur, Kultur und Industrie wei\u00df der Hase Bescheid und schraubt sich berauscht durch die Luft. Ich schicke diese spontane Idee, diesen gedanklichen Irrl\u00e4ufer aber den Donauweg hinunter: Da l\u00e4uft er dahin, joggt fit bis in die Turnschuhe seines Weges, entfernt sich wieder von mir, bis er ganz verschwunden ist. Beim Zur\u00fcckgehen riecht es zuerst nach Sommer, dann bilde ich mir ein, dass der Wind nach Superkleber stinkt. Das ist n\u00e4mlich auch so etwas, was im Industriegebiet ganz real aufeinandertrifft und bei der Heimfahrt ganz normal auff\u00e4llt: Riecht es auf den Stra\u00dfen des Industrie- und Hafenviertels einmal streng nach Lack und Farbe, kann es sein, dass ein paar Meter weiter feiner B\u00e4ckereigeruch \u00fcber den Stra\u00dfen liegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_257\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-257\" class=\"alignnone size-medium wp-image-403\" src=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Nature-in-Neon_Foto-TanjaB-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Nature-in-Neon_Foto-TanjaB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Nature-in-Neon_Foto-TanjaB-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Nature-in-Neon_Foto-TanjaB-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Nature-in-Neon_Foto-TanjaB-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.quasikunst.at\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Nature-in-Neon_Foto-TanjaB-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-257\" class=\"wp-caption-text\">Die Verkapselung von Natur, TanjaB<\/p><\/div>\n<p><strong>7<\/strong><\/p>\n<p><strong>Poesie und echte Industrieromantik-Empfehlung<br \/>\n(Einsprengsel Kritik-Schwemmland)<\/strong><\/p>\n<p>Sonntag, 14. August, fr\u00fcher Abend. Sommerwetter, kaum was los am Segelflugplatz. Ich sitze am Ende des Platzes ins Gras. Grillengezirpe, Motorboot, Partygetratsch. Ger\u00e4uschkulisse von rundum. Die Stra\u00dfe nach Steyregg, kaum Autobahn. Ein wenig Vogelgezwitscher, m\u00fcdes Hundegebell, Audio-Layers. Lange blaue Schatten liegen quer auf der Flugbahn. Wachsen l\u00e4nger. Keine Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnisse in dieser Weite: Vorne in der Luft tats\u00e4chlich keine Segelflieger, nur Modellflugzeuge. Was man sieht, scheint leise. Weit weg ein Mann mit Hund, noch jemand. Die beiden sehen den Fliegern zu, der Hund h\u00fcpft durchs hohe Gras. Die freie Fl\u00e4che. \u00dcber dem Gr\u00fcn die ferne Industrielandschaft. Links der hohe Grasstreifen \u2013 Baum, Bach, Damm, Donau, Pfenningberg. Hinter mir die Freizeitanlage der Stadt Linz. Rechts ein Streifen B\u00fcsche und B\u00e4ume, Industrie. V\u00f6gel ziehen dar\u00fcber. Rauch steigt aus einem der Schlote. Hin und immerwieder V\u00f6gel oder der Modellflieger, der im blauen Sonnenhimmel:<\/p>\n<p>&#8211; mal ein schwarzer Punkt,<br \/>\n&#8211; mal eine aufspiegelnde Fl\u00e4che,<br \/>\n&#8211; mal ganz unsichtbar ist.<\/p>\n<p>Von der Donauseite Wasserger\u00e4usche, Boote. Von ganz weit oben eine sich \u00fcberschlagende Schallwelle eines wirklichen Flugzeuges, die wieder verschwindet. Stille versus Ruhe. Perfekte Freizeitharmonie. Natur, Kultur, Industrie. Die Triaspropaganda. Mein Auge ruht auf der Dreieckskonstruktion der winzigen Steyregger Br\u00fccke in der Ferne, die Hochspannungsleitung daneben wiederholt die Form. Ein Haiku \u2013 aus gegebenem Anlass in dreifacher Aufschichtung:<\/p>\n<p>Friedliche Industriefantastik, es scheint kurz<br \/>\neiner gegl\u00fcckten \/ Menschheit (gratuliere!), die einen Stadtorganismus<br \/>\nIn einen \/ harmonischen Ablauf gef\u00fchrt hat<br \/>\nUnd nicht nur (ganz toll!) kontrolliert \/<\/p>\n<p>Soviel zum Haiku. Die Sonne verschwindet hinter einer Wolke. Das Licht- und Schattenspiel am Feld f\u00e4llt weg, Monochromie. Die Industriet\u00fcrme treten hervor. Ein Vogelschwarm fliegt nah an mir vorbei, zieht einen Bogen. Ein Fasan rennt quer \u00fcber die Startbahn. Wieder Bootsger\u00e4usche, ein Bootsbauch schl\u00e4gt auf der Wasseroberfl\u00e4che auf \u2013 Autos, Hafengetratsche, Freizeitlebensl\u00e4ufe: Idylle total. Die Modellflieger sind weg. Gequake aus der Linz AG Freizeitanlage, Klodeckel fallen zu, Tore werden zugerasselt, Auflachen. Ich dreh mich noch mal um. Auch hinter mir eine Hochspannungsleitung. Die Firmengeb\u00e4ude der Speditionen erheben sich hinter den Stauden. Dazwischen meterhochgezogener Maschendrahtzaun. Bahnhofs-Verschiebeger\u00e4usche, die Sonne geht nun wirklich unter. Allgemeines Runterkommen. Die Hitze dunstet nach. Kr\u00e4hen. Ein Motorrad wird angeworfen. Heute kein Vogelgezeter, nur Fasanengeschrei. Fernes Grollen, feines Glitzern am Himmel. Ein sch\u00f6ner Sonnenuntergang, beinahe surreales Rosa, luzides Gelb. Das glaubt man kaum, eine echte Industrieromantik-Empfehlung. Vorne, in der Voest, sind bereits Lichter sichtbar: Freifl\u00e4che und Industrie, Natur, Sonnenuntergang und Wolkenstimmung: Das ist gleich ganz gro\u00dfes Theater, das der Produktion einen sch\u00f6nen Vorhang beschert. Der Schlacke-Anstich w\u00fcrde den Himmel zus\u00e4tzlich einf\u00e4rben. Aber die Voest hat stattdessen nur eine Wasserdampfwolke geschickt.<br \/>\nEs wird nun d\u00e4mmrig. Mehr Lichter werden in den Industriehallen sichtbar, gelbe Lampen, Industriefeuer. Wei\u00dfe Lichter auf den T\u00fcrmen. Rotes Blinklicht auf meinem Linz AG Turm. Er ist mir unsympathisch. Der Turm wirkt wie ein W\u00e4chter. (Einsprengsel Kritik-Schwemmland, Noam Chomsky: Konzerne sind gigantische, unsterbliche Personen). Die Landschaft wird zur Silhouette. Wie nun rausgehen? Jedenfalls mit Grillengezirpe. Einige Nacktschnecken sind pl\u00f6tzlich da oder fallen mir erst jetzt auf. Ein Mann mit einem niedlichen, kleinen K\u00f6ter kommt mir entgegen. Ein sp\u00e4ter Abendspaziergang, er wirkt wenig erfreut. Gibt\u2019s das, dass die Nacht mit Nacktschnecken beginnt? Und gibt\u2019s das, dass ich vorhin einen Eisvogel gesehen habe?<br \/>\nBeim Hinausgehen liegt s\u00fc\u00dfer Duft in Luft. Er kommt von den Stauden und Bl\u00fctendolden, die auf Au-Seite wei\u00df, gelb und lila wuchern. Auf der anderen Seite die gepflegte Rasenfl\u00e4che der Freizeitanlage, hier wuchert es nur vor dem Gitterzaun: Der Maschendraht als anerkannte, recht pl\u00f6tzliche Grenze. Mit einem Schritt steige ich vom Schotter auf den Asphalt und passiere mit wenigen Schritten die Container der Spedition. Kurz hat es noch was von Campingplatz am Abend, inklusive frei flatternder Fledermaus. Dann aber helle Lichter bei den Eing\u00e4ngen der Firmen:<\/p>\n<p>Plasser &amp; Theurer,<br \/>\nBunzl &amp; Biach,<br \/>\nGleisanlagen,<br \/>\nAltpapier,<br \/>\nAktenvernichtung,<br \/>\nanderes.<\/p>\n<p>Ganz vorne bei der Industriezeile die bunten Neonr\u00f6hren des Bauhauses. Die Firmen werden in der Erinnerung noch st\u00e4rker zu Personen, die die B\u00fchne bereits betreten haben und bespielen. Beim Bauhaus, \u201eLinz\u2018 Spezialist f\u00fcr Werkstatt Haus und Garten\u201c sticht mir auf der Pr\u00e4sentationsfl\u00e4che an der Au\u00dfenfassade der Name der hauseigenen Gartengruppe ins Auge: \u201eDer Stadtgarten\u201c. Es ist ein Trademark in Neon dabei, das wirkt, als ob das Bauhaus ein Monopol auf Verkapselung von Natur h\u00e4tte, oder auf W\u00f6rter des allgemeinen Sprachgebrauchs. Ist ja auch nichts Neues mehr, diese Hybridisierung von Natur, Sprache und Wirtschaft, die zum Wohle aller Winwinwinwinwinwinwinwin-Situationen erzeugen soll. Wirkt halt im Moment absurd. Dass man daran glauben muss, ist grotesk: (Denn die Wirtschaft will auch wuchern). Aber: Man will ja nicht zur ruderalen Nachtmoralpflanze verkommen, die sich in einer spontanen Anwandlung mal da und mal dort ansiedelt.<\/p>\n<p>Beim Heimfahren \u00fcber die Industriezeile offenbart sich ein anderes spektakul\u00e4res Bild. Ein M\u00f6wenschwarm kreist im Containerhafenbecken \u00fcber das Wasser, im dunkelblauen Nachthimmel, mit Vollmond.<\/p>\n<p>Mehr \u00fcber Quasikunst auf dieser <a href=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/about-quasi\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Intro-Seite<\/a> und im <a href=\"https:\/\/newcontext.stwst.at\/projects:quasikunst\/start\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadtwerkstatt-Kontext<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text el_class=&#8220;verweis&#8220;]Industrieschlote als Akteure, Segelflieger als T\u00e4nzer, Hasen als Performer, Fl\u00e4che als Verhandlungstisch &#8211; Textwork von Tanja Brandmayr, 2011. Thema dieser Arbeit ist der Segelflugplatz im Linzer Industriegebiet, der beobachtet wird, als w\u00e4re er eine performative Installation. Quasi-Readymade, Rauminszenierungsfrage und Theoriefragment. In Koop mit Schwemmland gezeigt im afo, Salzamt, ver\u00f6ffentlicht in treib.gut und dem literarischen Jahrbuch der Stadt Linz, den Facetten. &nbsp; Die Kapitel\u00fcbersicht: 1. Stichstra\u00dfe \/ Einstieg \u2013 2.<\/p>\n<p><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/industriegebiet-segelflugplatz\/\">Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-139","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/139","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=139"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/139\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":807,"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/139\/revisions\/807"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.quasikunst.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}